Urbanistische Voraussetzungen

Chełmno (dt. Kulm oder Culm) ist mit ihrer jahrhundertealten Geschichte, ihrem bis heute sehr gut erhaltenen Städtebau sowie ihren Stadtmauern und Kirchen, eine der schönsten Städte in Pommern. Durch die Jahrhunderte überträgt Kulm eine Vision der großen mittelalterlichen Stadt, die das Vorbild für mehr als 220 Städte Polens bildete. Die Lage von Kulm am Rande des Weichseltals ermöglichte in dem Mittelalter sehr gute Verteidigungsbedingungen. Die Altstadt, die von den fast unverändert erhaltenen Wehrmauern umgeben ist und heute als ein Beispiel des mittelalterlichen Städtebaus gilt, entstand auf der sog. „ Rohen Wurzel“ d.h. auf einem neuen Platz nach einem früher angefertigten Plan.
Die Strassen bildeten eine charakteristische, schachbrettförmige Anlage, überschnitten sich im rechten Winkel und bildeten regelmäßige Vierecke:

– das große Viertel, das mit der Grubińska Strasse und T1)2)łusta Strasse (Grudziącka Strasse und Rycerska Strasse) abgegrenzt war, wurde damals von den reichsten Bürgern bewohnt.
– das kleine Viertel, Südteil mit der Toruńska Strasse, Św. Ducha Strasse (Heilige-Geist Strasse) und Tkacka Strasse (22 Stycznia Strasse) enthielt die Pfarrkirche der Hl. Jungfrau Maria und das Krankenhaus in der Św. Ducha Strasse und die Sankt Martins Kapelle.
– das Franziskanerviertel im nördlich-westlichen Teil der Stadt gelegen, wo ein Klosterkomplex lag. Zu dem Komplex gehörten u.a. die Franziskaner- und Zisterzienserinnen-Kloster.
– das Dominikanerviertel lag dagegen in dem nördlich-östlichen Teil der Stadt und war zugleich der meistbewohnte Teil von Kulm.